Rival Consoles "Persona"

Ryan Lee West, besser bekannt als Rival Consoles, veröffentlicht sein neues Album Persona am 13. April 2018 bei Erased Tapes.  

Die Deutschland-Premiere des Persona-Albums findet am 14. April 2018 im Prince Charles in Berlin statt – weitere Konzert-Daten folgen in Kürze.

Mit dem Albumtitel Persona bezieht sich Rival Consoles auf den gleichnamigen Film von Ingmar Bergman; eine zentrale Inspirationsquelle war u.a. die Eröffnungssequenz, in der ein Kind versucht, das auf einem Bildschirm erscheinende Gesicht einer Frau zu berühren, woraufhin sich das gezeigte Antlitz in ein anderes verwandelt. Diese Szene aus dem 1966 veröffentlichten Schwarz-Weiß-Film bewegte Ryan so sehr, dass er sein neues Album um eine Reihe von damit verknüpften Fragen aufbaute: welche unterschiedlichen Fassetten hat unsere Persona? Wie groß ist der Unterschied zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung? Was genau liegt zwischen den einzelnen Zuständen, den Menschen; welche Schattierungen gibt es zwischen dem Innen und dem Außen? 
  
„Meine Musik ist ja generell eher introspektiv: ich mag es, etwas über mein Wesen in der Musik herauszufinden. Das muss gar nichts Spezifisches sein; es kann auch bloß irgendeine Frage aufkommen, oder irgendein Aspekt wird darin sichtbar. Dieses Album ist gewissermaßen eine elektronische, klangliche Fortführung des Selbst. Legowelt hat doch mal gesagt: ‘Ein Synthesizer funktioniert wie ein Übersetzer für unbekannte Gefühle’, und ich glaube, das bringt schon sehr gut auf den Punkt, was ich mit meiner Musik versuche auszudrücken. Ich glaube, dass diese ganzen Emotionen gebündelt unsere Rolle in der Welt, also unsere ‘Persona’ ausmachen. Was wiederum bedeutet: wenn man neue Gefühle, neue Emotionen ins Spiel bringt, ändert bzw. erweitert sich dieses Bild... und genau das will ich mit meiner Musik erreichen. Auch deshalb habe ich bei diesem Album auf noch mehr klangliche Vielfalt gesetzt. Ich wollte einfach mehr experimentieren. Weil ich neue Klänge – und damit auch neue Gefühlszustände kreieren wollte.“ 

In seinem eigenen Studio im Südosten Londons aufgenommen, basiert auch Persona auf jenem dynamischen Produktionsansatz, der inzwischen als Trademark von Rival Consoles gelten darf: analoge Synthesizer treffen auf akustische und elektronische Instrumente, was Ryan mit Hilfe von etlichen Effektpedalen und einer fast Shoegaze-artigen Akribie zu einer Einheit kombiniert. Insgesamt klingt sein neuestes Werk emotionaler und selbstbewusster. Angefangen bei den dekonstruierten Passagen von „Unfolding“, das den neuen Longplayer mit verschleppten Snares eröffnet, über die apokalyptischen Drone-Passagen des Titelsongs und die massiven Drums von „Phantom Grip“, ist schließlich auch Raum für Minimalismus und Ambient-Texturen – z.B. mit „Dreamer’s Wake“, „Rest“ und „Untravel“. Letzterer Track ist durchbrochen von einer sechsminütigen Passage, die ganz ohne Beats auskommt, wobei das reine Auf und Ab der Melodien „eine Art Schwebezustand“ darstellt, wie er sagt, „einen Anflug von Ennui, von dem Gefühl, nie wirklich verstanden zu werden von anderen und selbst nie andere Menschen wirklich zu erkennen“. 

Der improvisierte Minimalismus von „Be Kind“ zeigt eine musikalische Verbindung zu seinem Erased Tapes Label-Kollegen Nils Frahm. Mit dem sehr viel komplexeren „I Think So“ versucht der Brite, eine Farbcollage in ein Klangkonstrukt zu überführen – ein kaleidoskopisches, aufblitzendes, ineinander verschlungenes Gebilde. Inspiriert von einem Slowdive-Konzert, das er letztes Jahr besuchte, beginnt „Hidden“ als Geflüster, um schließlich zu einer gewaltigen Landschaft aus kontrolliertem Noise anzuschwellen. Einen Kommentar dazu gab Ryan in einem Interview mit XLR8R: „Wenn du einen Klang richtig laut machen willst, dann klammerst du damit automatisch tausende andere Möglichkeiten aus. Es ist daher oft am besten, den Track mit einem ganz ruhigen, schwachen Sound zu beginnen.“ Genau diesen Ansatz bringt er mit dem abschließenden „Fragment“ auf den Punkt: ein unschuldig wirkendes Ambient-Stück, das beinahe wie ein Kinderlied anmutet und damit Raum für Reflexion schafft – darüber, wie sehr sich die Persona im Verlauf des Albums gewandelt hat.

Mit Persona setzt Rival Consoles seine Serie von gefeierten Veröffentlichungen fort – auf die EPs Odyssey und Sonne folgten zuletzt die LP Howl und das Mini-Album Night Melody aus dem Jahr 2016 –, mit denen der Brite zu einem „bahnbrechenden Elektronik-Musiker“ avanciert ist, „der sein ganz eigenes Klangverständnis mitbringt“, wie Pitchfork es formulierte. Dank seines grundlegend andersartigen Ansatzes an die Schnittstelle zwischen instrumentaler Musik und Electronica, hat Ryan in den letzten Jahren einen ganz eigenen, unverwechselbaren Sound kreiert, den er selbst als „Songwriting mit elektronischer Klangpalette“ bezeichnet.

Seine zunehmend dynamischen, audiovisuellen Live-Shows, inklusive eigenhändig in Max/MSP programmierten Visuals, haben ihn nach ersten Performances in der Tate oder auch für Boiler Room im V&A Museum um den gesamten Erdball gebracht. Die Live-Premiere des Persona-Albums findet am 12. April 2018 im Londoner Klub XOYO statt – weitere Konzert-Daten folgen in Kürze. 

Internationale Pressestimmen: 

„Warmth and humanity“ — Pitchfork
„Lovingly crafted and expressive compositions“ — Resident Advisor
„Cinematic trancescapes“ — Mixmag
„Deserves nothing less than total immersion“ — Loud & Quiet
„This humanised take on techno provides both individuality as it does innovation“ — Crack
„Heady and transcendent. It’ll drag you into a world rife with life“ — The Line Of Best Fit

Info

Label: Erased Tapes
Vertrieb: Indigo
VÖ: 13. April 2018
Katalognummer: ERATP109LP/CD/DL


Album Pre Order


Tracklist:

01. Unfolding
02. Persona
03. Memory Arc
04. Phantom Grip
05. Be Kind
06. I Think So
07. Sun’s Abandon
08. Dreamer’s Wake
09. Untravel
10. Rest
11. Hidden
12. Fragment


Rival Consoles live: 

14. April - Prince Charles, Berlin

Tickets


www.rivalconsoles.net 
www.erasedtapes.com  

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