SUSANNA

Das neue Susanna Album Baudelaire & Piano erscheint am 11. September. The Dancing Snake erscheint am 3. Juli vorab!

The Dancing Snake ist die erste Single aus dem kommenden Album 'Baudelaire & Piano', auf der Susanna zehn Gedichte von Charles Baudelaire (1821-67) aus seinem Meisterwerk The Flowers of Evil (übersetzt von Anthony Mortimer) als Basis für zehn neue Lieder verwendet hat. Das Album wurde im Atlantis Studio in Stockholm aufgenommen und ist ein komplettes Soloalbum von Susanna, das sich auf ihre ausdrucksstarke, gefühlvolle Stimme und ihr tranceartiges Klavierspiel konzentriert.

“’The Dancing Snake’ is about lusting for another being, and I have found great pleasure in shifting the perspective - from Baudelaire’s original lust for some woman to be a woman looking, lusting and holding both the power and beauty of these words.” Susanna

Was hätte wohl der französische Dichter Charles Baudelaire (1821-1867) über das Jahr 2020 gesagt? Wie hätte ein solcher Künstler, der seinen Lebensekel immer artikuliert und mit geballter Faust gegen die Behörden gewettert hat, wie hätte ein solches, immer von Krankheit geplagtes Enfant terrible der Literaturgeschichte wohl auf die jüngsten Geschehnisse reagiert? Von Claude Debussy bis Ali Akbar Khan reicht die Liste derer, die seine Gedichte bereits vertont haben, während seine Haltung, sein kompromissloser Lebensstil und nicht zuletzt Baudelaires Werk ganz klar auch die Musik von Leuten wie The Doors, Bob Dylan oder Scott Walker geprägt haben. Für ihr neues Album greift nun auch die norwegische Sängerin und Komponistin Susanna besagtes Werk auf, indem sie seine elend-dekadenten Verse zur Grundlage des Longplayers macht.

Schon auf dem Vorgänger Garden of Earthly Delights (2019), aufgenommen mit ihrer Band Brotherhood of Our Lady, hatte Susanna das Werk eines längst verstorbenen Künstlers musikalisch interpretiert – Bilderwelten allerdings: die surrealen Werke des niederländischen Renaissance-Malers Hieronymus Bosch. Auf Baudelaire & Piano, das Susanna im Stockholmer Atlantis Studio aufgenommen hat, verneigt sie sich nun vor einem weiteren persönlichen Helden und Mentor...

Das neue Album entstand in völliger Abgeschiedenheit. Alles ist reduziert: Einzig ihre ausdrucksstarke Stimme ist zu hören, begleitet von skelettartigen Klavierpassagen, die einen in Trance versetzen können. Gerade dieses Wenige gibt den einzigartigen Versen aus Baudelaires Werk den nötigen Raum. „Ich wollte mich auf fast schon dogmatische Weise mit diesem Material befassen“, erklärt die Norwegerin, „und diese Songs gewissermaßen nackt, ganz ohne Extras präsentieren: Ich allein am Klavier. Diese Gedichte sind so vielschichtig... es sind so viele Gefühle, die von diesen Worten ausgehen.“

Wie in weiten Teilen von Baudelaires Werk, geht es auch in Susannas Musik um die Grenzen des Verlangens und darum, dass unsere menschliche Existenz gleichermaßen als ein einziges Wunder und als absolute Sinnlosigkeit ausgelegt werden kann. Der Franzose wird daher oft als einer der ersten modernen Dichter eingestuft, dessen Beobachtungen im urbanen Raum immer wieder ins Fantastische driften, durchzogen sind mit Sinnlichem, Fieberhaftem, Gruseligem. Die 10 Texte, die Susanna für das Album aus Baudelaires Meisterwerk Les Fleurs du Mal (in der englischen Übersetzung von Anthony Mortimer: The Flowers of Evil) ausgewählt hat, decken das gesamte Spektrum ab und bringen so die Essenz seines Werks zum Ausdruck.  

Das schauerliche Figurenkabinett, dem man hier begegnet, vereint alles von Hexen und Heiden über Wölfe, Perverse, Schlägertypen, Geister bis hin zu Vampiren und Dämonen. Die Songs handeln vom Kampf mit Wollust und Frömmigkeit, sie handeln von Engeln und Dämonen, von Sanftheit und Sadismus; schließlich auch vom unbarmherzigen Voranschreiten der Zeit, dieser Zerstörerin. Schönheit mit einem Anflug von etwas Seltsamem. Die Sünde als Abgrund, der einen zu verschlucken droht. Susannas eindringliche Inszenierungen transportieren diese Stimmungen sehr gut, ihre Interpretationen sind der perfekte Rahmen für die Gedichte von Baudelaire.

„Diese Worte haben die Kraft, mich zu verzücken, zu transzendieren; ich gelange durch sie an neue Orte, andere Orte, an Orte, von denen ich vorher gar nichts wusste“, sagt Susanna über die neuen Songs.

Die klassisch ausgebildete Sängerin, Pianistin und Komponistin aus Norwegen gründete im Jahr 2000 das Duo Susanna And The Magical Orchestra, das sich wenig später schon mit minimalistischen Coversongs aus dem Pop- und Indie-Sektor einen Namen machte. Ab 2007 war die in Oslo lebende Musikerin an ganz unterschiedlichen Projekten beteiligt: u.a. am Duo Meshes of Voice mit der norwegischen Grenzgängerin Jenny Hval; an Arbeiten, die auf Texten des norwegischen Dichters Gunvor Hofmo basierten; dazu arbeitete sie auch mit dem Neue-Musik-Kollektiv Ensemble neoN zusammen (The Forester; 2013). Auf das Soloalbum Go Dig My Grave (2018), „eine wundersame, eindringliche Sammlung von Coversongs“, wie Uncut urteilte, folgte 2019 das Album Garden of Earthly Delights, das von der internationalen Presse als „faszinierend“, „genial und fesselnd“ sowie als „Heavy Stuff“ gefeiert wurde. Dazu wurde der Vorgänger für den größten Musikpreis Norwegens nominiert, den Spellemannprisen (in der Kategorie „Offene Klasse“), den Susanna davor bereits drei Mal hatte gewinnen können. Ihr absoluter Superfan Bonnie „Prince“ Billy hatte zuletzt ihr komplettes Album Sonata Mix Dwarf Cosmos gecovert (erschienen unter dem Titel Wolf Of The Cosmos). Die Norwegerin veröffentlicht ihre Musik seit Jahren übers eigene Label SusannaSonata.

Baudelaire & Piano ist ein stilles Aufbegehren; ein Album, das den Lärm dieser turbulenten Zeiten durchschneidet.

Susanna: Gesang, Klavier, Pfeifen

Produziert von Deathprod & Susanna

'Baudelaire & Piano' Tracklist:

1. The Dancing Snake

2. Longing for Nothingness

3. The Enemy

4. Burial

5. Meditation

6. Obsession

7. The Vampire

8. The Harmony of Evening

9. A Pagan’s Prayer

10. The Ghost