RIVAL CONSOLES

Rival Consoles enthüllt die neueste Single seines anstehenden Albums Overflow, das am 3. Dezember auf Erased Tapes erscheint.

„I Like“ basiert auf Daten aus einem persönlichen Monolog der Tänzerin Tia Hockey: Die Lautstärke der Akkorde ist kontrolliert von der Aktivität ihrer Stimme — womit die Aufmerksamkeit auf jene Dinge gelenkt wird, die hinter dem Vorhang stattfinden, auf weitere unsichtbare Systeme und Algorithmen.

„Die Tänzer*innen hatten für dieses Stück sehr viele persönliche Monologe aufgezeichnet, die Ihre Gefühle zum Ausdruck bringen während sie sich in sozialen Netzen bewegten. Alex, der Choreograph, schlug vor die Worte „I like" näher zu erkunden, da sie solch ein häufig benutzter Begriff bzw. eine Funktion online sind. So begann ich mit einer einfachen flüchtigen Aufnahme, aus der ich dann eine Komposition formte, in der melancholische Akkorde von Tias Stimme ausgelöst und die Worte „I Like... and they were like..." von einem chaotischen System manipuliert werden. Ich wollte eine Stimmung erzeugen, die eine seltsame Kombination aus Zufriedenheit, Traurigkeit und Fremdheit darstellt.“ — Ryan Lee West

Die neueste Singleauskopplung gibt es hier zu hören, und das Album vorzubestellen: https://idol.lnk.to/Overflow

Rival Consoles meldet sich zurück – mit einem spannenden neuen Album, in dessen Verlauf er vollkommen neue Klangwelten eröffnet und erforscht. Konzipiert als Vertonung der gleichnamigen Tanzproduktion Overflow, der jüngsten Arbeit des renommierten zeitgenössischen Choreographen Alexander Whitley, eröffnet Ryan Lee West dieses neue Kapitel mit einem mutigen Statement: dem Eröffnungstrack „Monster“, der zugleich als erster Vorbote fungiert.

Das Stück handelt von Daten und deren Einfluss, welche Auswirkungen Big Data auf die menschliche Gefühls- und Lebenswelt hat: Es geht um soziale Medien und Werbung, um Marketingfirmen und politische Gruppierungen, die diese gewaltigen Datenmengen nutzen, um sich Reichtum und Macht zu sichern und dabei Spaltung säen. Als wichtige Inspirationsquelle diente dafür unter anderem das Buch Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken des koreanisch-deutschen Philosophen Byung-Chul Han.

„Das Stück beginnt mit ‘Monster’, was so etwas Wahnsinniges und Betrunkenes hat, wobei dieses stark-wiederholende Element aufgreift, wie monoton unser Umgang mit modernen Technologien wie z.B. Social Media ist. Zwischenzeitlich bewegt sich alles in Richtung Chaos, nur um dann doch wieder zum Ausganspunkt zurückzufinden — bis schließlich alles in eine totale Erschöpfung mündet. Gerade mit dem Eröffnungstitel wollte ich ein derart deutliches Statement machen“, so West.

Bereits vor dem Beginn der eigentlichen Arbeit an diesem Gemeinschaftsprojekt hatte der Londoner Elektronik-Produzent eine Reihe von Songskizzen in seinem Heimstudio entwickelt; sie dienten Whitley daraufhin als Basis, um daraus erste Ideen für die Choreographie abzuleiten. Oftmals während der Proben zusammen mit den Tänzer*innen erarbeitet, kehrte Ryan schließlich mit den vorläufigen Resultaten ins Studio zurück, um diese Kompositionen weiter zu verfeinern.

„Ich habe viel Zeit mit Alex und den Tänzer*innen im Studio verbracht und im Verlauf der Arbeit immer wieder neue Dinge ausprobiert. Selbst während der ersten Proben auf den verschiedenen Theaterbühnen habe ich teilweise noch spontan kurze Parts auf meinem Laptop dazu entwickelt, die wir dann auch tatsächlich verwendet haben: ‘Scanning’ zum Beispiel, ein Stück, das auf einer elektromagnetischen Aufzeichnung aus dem Inneren eines iPhones basiert, aufgenommen, während man sich mit dem Gerät in den sozialen Netzen bewegt. In dieser Big-Data-Welt der sozialen Medien und Cookies ist normalerweise alles unsichtbar, alles wirkt ganz still und bleibt versteckt hinter dieser ansprechenden und verführerischen Oberfläche. Deshalb fand ich es spannend, genau das Gegenteil dieser Ästhetik zu zeigen, ein kratzend-mechanisches Scan-Geräusch zu integrieren, das ein Licht darauf wirft, was im Hintergrund wirklich vor sich geht. Wenn jedes Mal, sobald unsere Daten irgendwo erfasst, verkauft oder verwendet werden, ein seltsames Klickgeräusch zu hören wäre, würde das unsere Wahrnehmung davon vollkommen verändern.“

Nachdem Overflow von der Alexander Whitley Dance Company im Mai 2021 im Londoner Sadler’s Wells Theater uraufgeführt wurde, soll die gefeierte Tanzproduktion ab Frühjahr 2022 in ganz Europa gezeigt werden. Rival Consoles absolviert seine nächste UK-Tour bereits in diesem Herbst, gefolgt von weiteren Shows in Europa und Nordamerika im kommenden Jahr. Sein Soundtrack zu Overflow erscheint am 3. Dezember 2021 bei Erased Tapes und wird als limitierte Vinyl-Edition, als CD sowie in digitalen Formaten erhältlich sein. 

 

LIVE: 11—14.03 .2022Aachen (DE) — Schrittmacher Festival

Ausgewählte UK-Pressestimmen zur Tanzproduktion Overflow:

„There are some excellent effects: a dancer cutting a wide sheet of light with his limbs; a striking image where red beams cross the stage and the light sculpture moves slowly over a knot of naked dancers on the floor, as if scanning their bodies, harvesting data, identities, perhaps their humanity, too“ The Guardian

„The choreography is cleverly detailed and illustrative of consummate experience, with complex dance sequences involving precise synchronicity followed by intricate individual elements. The lighting in Overflow is as much a part of it as the dancers and music, foreboding and watchful, then friendly and approachable, a character unto itself.“

★★★★ — The Upcoming