Penguin Cafe

Veröffentlichen ihr neues Album "Handfuls of Night" bei Erased Tapes

„Es gibt Orte, die ich gefühlsmäßig mit Kreativität verbinde – wo endlose Weiten und Leere, verbunden mit einem Gefühl von Schönheit und Zeitlosigkeit, den idealen Rahmen bilden, um darin etwas zu erschaffen.“ – Arthur Jeffes

Am 4. Oktober 2019 veröffentlicht Erased Tapes mit Handfuls of Night den mit Spannung erwarteten Nachfolger zu Penguin Cafes gefeiertem Album The Imperfect Sea (2017). Der neue Longplayer ist von der Antarktis inspiriert, von einer Reise, die Arthur Jeffes einst in den Fußstapfen des Polarforschers Scott unternommen hat – sowie von unseren Pinguin-Freunden, die dort beheimatet sind.

Eingespielt mit darmbesaiteten Violinen, Bratsche, Cello, Bass, Percussion, Klavier und Flügel, Synthesizer, Harmonium und weiteren Instrumenten, haben Arthur Jeffes und seine Mitmusiker eine Reihe von musikalischen Panoramaaufnahmen geschaffen, die intellektuellen Anspruch mit emotionalem Tiefgang vereinen.

Eingerahmt von den atmosphärischen Ambient-Klavierstücken „Winter Sun“ und „Midnight Sun“, lässt das Album schneebedeckten Minimalismus hinter sich und vereint jene zeitgenössisch-klassischen Panoramen, die man von Penguin Cafe kennt (etwa der Melancholie und Zuversicht vereinende Vorbote „At the Top of the Hill, They Stood...“ oder das majestätisch-leinwandtaugliche „Chapter“), mit kristallklarer Folktronica („Pythagoras on the Line Again“ – eine Fortsetzung des 1993 auf Union Cafe veröffentlichten Penguin Cafe Orchestra-Stücks über die Prinzipien der Harmonielehre).

Die Arbeit an Handfuls of Night begann, als Jeffes von Greenpeace den Auftrag erhielt, vier Musikstücke zu vier unterschiedlichen Pinguinarten zu komponieren, um damit das Bewusstsein für die Gefährdung der Antarktis zu stärken. Diese ersten vier Lieder, benannt nach den vier Pinguinen, präsentierten Penguin Cafe wenig später schon im Rahmen einer ausverkauften Fundraising-Veranstaltung im EartH in Hackney, London: der mitreißend zeitgenössische Folk-Song „Chinstrap“, das schwermütig-minimalistische „Adelie“, das fast schon stoisch wirkende Stück „The Life of an Emperor“ sowie das sehnsüchtige, mit Streichern gespickte „Gentoo Origin“.

„Das neue Album begann mit einem Kern von Stücken, die ich im Herbst 2018 im Rahmen eines Greenpeace-Projekts über verschiedene Pinguine der Antarktis geschrieben habe. Es gibt vier Pinguinarten, die in der Antarktis heimisch sind – und jede davon hat andere Eigenschaften und Wesenszüge. Ich setzte meine Arbeit fort, indem ich sie vermenschlichte und mir eine Welt ausmalte, in der diese Pinguine ihre eigenen Geschichten und Abenteuer erleben, und diese klanglich untermalten“, so Jeffes. Dabei reichen die Wurzeln des neuen Albums und die von Penguin Cafe sogar noch sehr viel weiter zurück in die Geschichte...

„Im Jahr 2005 wurde ich von der BBC zu einer Expedition eingeladen, die an Scotts letzte Reise in die Antarktis angelehnt war. Alles sollte sein wie im Jahr 1911; auch das Equipment war dasselbe wie damals aus der Zeit Eduards VII. Ich bin zwar kein Entdecker, aber ich hatte große Lust mich anzuschließen – besonders weil es da eine familiäre Verbindung gibt: Meine Urgroßmutter war vor ihrer Ehe mit meinem Urgroßvater mit dem Scott verheiratet.“

„Da jedoch die Antarktis zu jenem Zeitpunkt bereits unter Naturschutz stand, brachen wir stattdessen in die Arktis auf und verbrachten drei Monate auf dem Grönlandeis. Erst auf Hundeschlitten und dann auf unsere eigenen Kraftreserven angewiesen, legten wir knapp 1.000 Kilometer in mehreren Kilometern Höhe über Eisfelder und Gletscher zurück.“

„Ich hatte damals viel Zeit, um über mein Leben daheim nachzudenken. So fasste ich auch den Entschluss, meinen Master of Music-Abschluss zu machen und mich aufs Komponieren zu konzentrieren... und was mir auch damals klar wurde: Dass die Musik selbst an den entlegensten und stillsten Orten noch immer eine sehr große Rolle in der inneren Welt und in der Vorstellung spielen kann. Während der Expedition habe ich manche Ideen tagelang im Kopf gehabt; ich habe sogar neue Sachen geschrieben, die ich dann immer erst am Ende eines Tages versucht habe, zu Papier zu bringen.“

Die Töne, Texturen und Melodien von Handfuls of Night klingen nach unwirklichen Weiten, die mal etwas Bedrohliches haben, mal ehrfurchtgebietend oder einfach friedlich wirken. Rhythmische Wiederholungen, die sich ganz leicht verändern, tauchen immer wieder auf – angesiedelt zwischen Minimalismus, Krautrock oder auch den Klavier-Kaskaden von Labelkollege Lubomyr Melnyk. So erschafft Jeffes eine kinetische Wirbelbewegung, die das Album antreibt und es zu einer musikalischen Expedition macht, zu einem Spiegelbild jener tatsächlichen Reise, die den Longplayer inspiriert hat.

Penguin Cafe wurde im Jahr 2009 von Arthur Jeffes gegründet, nachdem er eine Gruppe von talentierten Musikern – inklusive Mitgliedern von Suede und den Gorillaz – zusammengebracht hatte, um das Werk seines 1997 verstorbenen Vaters zu neuem Leben zu erwecken. Simon Jeffes hatte das weltberühmte Penguin Cafe Orchestra geleitet. Eine ausführliche Biografie (in englischer Sprache) gibt es auf der offiziellen Webseite zu finden.

Das Album Handfuls of Night erscheint am 4. Oktober 2019. Penguin Cafe werden das neue Material erstmalig auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival vom 18.-21. September präsentieren, bevor sie pünktlich zur Veröffentlichung auf UK-Tour gehen und ab 2020 dann weltweit ausführlicher touren werden.

Trackliste:

  1. Winter Sun
  2. Chinstrap
  3. Chapter
  4. Adelie
  5. At the Top of the Hill, They Stood...
  6. Pythagoras on the Line Again
  7. The Life of an Emperor
  8. Gentoo Origin
  9. Midnight Sun

Liner Notes von Arthur Jeffes über die Stücke auf Handfuls of Night:

„Winter Sun“

Als erste Vorstellung der Antarktis-Landschaft, ist „Winter Sun“ gewissermaßen von der Perspektive der nördlichen Hemisphäre geprägt – weil im Dezember ja dort unten Hochsommer herrscht. Die körnige Synthese der Klaviertöne erinnert einerseits an den Wind, andererseits an Eisdecken und Gletscher, die sich kaum wahrnehmbar – aber doch unaufhaltsam – bewegen...

„Chinstrap“

Zügelpinguine, im Englischen „Chinstrap“-Pinguine (oder auch „Stonebreakers“), sind extrem sozial, sehr geschäftig und sehr zahlreich. Sie kommunizieren mit Rufen, mit Winken, mit Kopfbewegungen, Verbeugungen oder indem sie sich putzen. Sie können sich im Wasser an einem einzigen Tag bis zu 80 Kilometer von der Küste entfernen, um dort nach Nahrung zu tauchen. Obwohl sie zu den sozialsten Pinguinen gehören, sind sie zugleich auch eine der aggressivsten Arten, die jedes Jahr ins selbe Nest und zum selben Partner zurückkehrt...

Chapter“

Hier fing ich damit an, weitere Ideen zu entwickeln, die über die bloßen Unterschiede zwischen den Arten hinausgehen. In meinem Kopf entstand so eine Geschichte, bei der ein Pinguin-Detektiv die Aufgabe hatte, ein Verbrechen aufzuklären, das wiederum zu einer anderen Sache führte, die so groß war, dass sie alles überhaupt Vorstellbare übertrifft...

„Adelie“

Adélie-Pinguine sind die kleinsten und sonderbarsten Pinguine in der Antarktis. Sie können bis zu 180 Meter tief tauen und sehen unfassbar schön aus im Wasser. Das Stück beschreibt einen Tauchgang, eingerahmt von Krill und Blasen – und die wenigen Sonnenstrahlen, die es schaffen in die Tiefe vorzudringen...

„At the Top of the Hill, They Stood…“

Noch eine Alltagsszene: Unsere Pinguin-Protagonisten waren auf langer Reise durch gewaltige Landschaften, und kurz vor ihrer Ankunft in der Heimat machen sie noch eine Rast auf der Kuppe eines Hügels, um herabzuschauen auf die bekannten Felsformationen und Küstenlinien...

„Pythagoras on the Line Again“

Das Stück knüpft an einen Song meines Vaters an. Es erinnert an die Geschichte von Pythagoras, der bei einer Schmiede vorbeikommt und bemerkt, wie großartig zwei Hämmer zusammen klingen, die zeitgleich auf den Amboss treffen. Wenig später entdeckt er, dass der eine genau doppelt so groß ist wie der andere – womit er den Grundstein der Harmonielehre legt und zugleich Kernprinzipien der modernen Physik entdeckt. Hier wird das Besetztzeichen einer britischen Telefonverbindung auf ein Keyboard übertragen und entsprechend zur Tonhöhe und Frequenz imitiert – so dass man die klangliche und die empirische Verwandtschaft zwischen den Tönen hören kann.

„The Life of an Emperor“

Kaiserpinguine, im Englischen „Emperors“, sind die größten Pinguine und in vielerlei Hinsicht diejenigen, die sich am einfachsten anthropomorphisieren lassen. Ist das Ei gelegt, geht das Weibchen auf eine Reise, die mehrere hundert Kilometer umfassen kann, um Nahrung zu holen – während das Männchen zurückbleibt und das Ei auf seinen Füßen liegt. Wenn dann starke Stürme aufkommen und die Temperaturen auf bis zu -60°C fallen, kuscheln sie sich aneinander, wobei sie abwechselnd am äußeren Rand oder geschützt im Inneren der Gruppe stehen. So können sie gemeinsam auch dann überleben, wo sie auf sich allein gestellt ganz sicher sterben müssten...

Gentoo Origin“

Eselspinguine („Gentoos“) sind die schnellsten Pinguine, und sie können auch am tiefsten tauchen – bestimmt 200 Meter tief, und das bis zu 450 Mal pro Tag. Sie sind die einzige Art, deren Zahl kontinuierlich wächst und die immer neue Gebiete einnimmt. Eine romantische Geste der Männchen ist das Verschenken von Steinen; außerdem singen sie, um zukünftige Partnerinnen zu beeindrucken...

Midnight Sun“

Während des antarktischen Sommers sinkt die Sonne nie unter den Horizont. Sie hängt trotzdem für eine Weile sehr tief am Himmel, bevor sie wieder aufgeht...

Info

www.erasedtapes.com

https://idol.lnk.to/HandfulsofNight

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