Was für Zwischendurch: Stones-Throw-Producer MNDSGN veröffentlicht SNAXX am 14. Juni

++ Erster neuer Track „Deviled Eggs“ ab sofort im Stream

„Ich denke an all die postum veröffentlichten Dilla-Leaks – und wie mich schon immer die Sachen, die eigentlich gar nicht erscheinen sollten, genauso oder vielleicht sogar noch mehr inspiriert haben. Ein Album sollte eine ganze Mahlzeit abgeben, aber es gibt auch Momente, in denen ein Snack einen ganz gut über die Runden bringen kann.“

Erfahrungsgemäß dauert ein Albumzyklus so um die zwei Jahre – aber Mndsgn, bürgerlich Ringgo Ancheta, arbeitet nun mal nonstop an neuer Musik. Um der eigenen Produktivität und dem daraus resultierenden Output gerecht zu werden – schließlich sollen keine Tracks auf irgendwelchen Festplatten rumliegen und womöglich in Vergessenheit geraten –, fasste Mndsgn schon letztes Jahr den Entschluss, die Zeit bis zum nächsten regulären Studioalbum mit zwei (Zwischen-)Veröffentlichungen zu überbrücken. Kleinere Happen sollten es sein. Was für den kleinen Hunger sozusagen. Womit das Konzept zu seinen Snax-Releases auch schon stand.

Letztes Jahr war es ein in Eigenregie veröffentlichtes Tape mit Remixes: Snax – mit einem x.

Und jetzt kommt der zweite Teil: Snaxx – mit zwei x.

Die eigentlichen Protagonisten sind dieses Mal die Beats: Produktionen, wie man sie aus seinen Shows kennt, mit denen er regelmäßig die Grenzen zwischen Live- und DJ-Sets verwischt. Während er den ersten Vorboten „Deviled Eggs“ zuletzt schon häufiger live präsentiert hat, knüpft er indirekt auch an das Konzept seiner Boiler Room TV-Show „Breakfast with Ringgo“ an, für die er u.a. bereits Kollegen wie Anderson .Paak, Knxwledge, Swarvy und Ahnnu für Gespräche und gemeinsame Sessions ins Studio holte. Denn auch Snaxx hat diesen offenen Session-Vibe: Freunde und Bekannte schauen kurz vorbei, beteiligen sich, bringen etwas mit. Oder wie Ringgo sagt: Das alles funktioniere wie eine Dinner-Verabredung mit Freunden, denen man dann „schon mal was zum Kauen“ hinstellt, während man noch am Hauptgang des Abends arbeitet. Zu den Freunden, die auf Snaxx mit von der Partie sind, zählen unter anderem Pink Siifu und Jon Bap.

Jetzt bei YouTube, Spotify, Apple Music, Bandcamp und Amazon Music in den ersten Track „Deviled Eggs“ reinhören. Und unter folgendem Link kann man Snaxx vorbestellen: http://stonesthrow.com/mndsgn

Obwohl Mndsgn bekanntermaßen mit einem Bein in der Welt des Hip-Hop steht, hat sich der in L.A. lebende Producer klanglich noch nie wirklich auf ein einziges Genre festgelegt. Transportierten die gedrosselten Beats seines Debütalbums Yawn Zen (2014) noch eher verträumte Stimmungen und Soundscapes, die auch mit Ambient verwandt waren, ja fast schon psychedelisch wirkten, klang er zwei Jahre später auf Body Wash ganz anders: Nun waren es Einflüsse aus dem Boogie- und R&B-Sound der Siebziger und Achtziger, die er zu einem kosmischen Konzeptalbum verschnürte.  

„Meine Produktionen funktionieren wie ein Gespräch; es geht um Austausch“, holt er aus, wenn man ihn auf die Entscheidung anspricht, sich für den zweiten Zwischen-Snack auf Beatmaking zu konzentrieren. „Ich wollte mich noch einmal mit älteren Arbeiten befassen und dann erst als Singer/Songwriter aktiv werden, wollte diese Sachen also weiterstricken und daraus etwas Spannendes machen.“

Das Cover, das Ringgo selbst illustriert hat, basiert auf einem Foto, das Stones-Throw-Kreativchef Jeff Jank ihm zugesteckt hat. Darauf zu sehen: Eine Eisdiele, fotografiert von der gegenüberliegenden Straßenseite. Eine Szene also, die nicht ohne Grund an den Donut-Shop von Dillas Donuts-Album erinnert.

Was sein nächstes Studioalbum angeht, soll das laut Mndsgn dann nächstes Jahr (2020) erscheinen, es werde „aber einen Tick düsterer klingen als die bisherigen Alben“, wie er sagt. Snaxx ist gewissermaßen das Gegenteil davon, denn aktuell geht’s ihm vorwiegend um Gute-Laune-Tracks: „Ja, die sollen einfach Spaß machen, würde ich sagen. Mir ist auch wichtig, dass mir diese Stimmung nicht abhanden kommt – weder in meiner Musik noch im Alltag. Man kann sich in Gespräche vertiefen oder sich auch einfach mal ein bisschen im Wahn des anderen aalen.“

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