MATTHEW HALSALL

Zurück mit neuer Band: Matthew Halsall veröffentlicht sein neues Album Salute to the Sun am 20. November 2020

Matthew Halsall war noch nie daran interessiert, sich auf eine Sache festzulegen: Er ist Komponist, Trompeter und Bandleader, Produzent und Arrangeur, DJ und nicht zuletzt Gründer von Gondwana Records. Im Zentrum seines Schaffens steht dabei nach wie vor sein musikalisches Output – denn der Allrounder aus Manchester versteht sich immer noch in erster Linie als Künstler. Als Trompeter, der sich auffallend selten in den Vordergrund drängt, als Komponist und Bandleader, der über die Jahre seinen ganz eigenen Klangkosmos abgesteckt und entwickelt hat: Ein Sound, in dem Elemente aus der britischen Jazzgeschichte genauso auftauchen wie der Spiritual Jazz von Alice Coltrane und Pharoah Sanders; angereichert mit Einflüssen aus den Bereichen World Music und Electronica, aus der modernen Kunst und sogar aus der Architektur. Auch ganz klar im Norden Englands verwurzelt ist dieser Sound – obwohl hier so viele Einflüsse aus aller Welt zusammenkommen.

Salute to the Sun ist sein erstes Album als Bandleader seit Into Forever aus dem Jahr 2015, und Matthew Halsall präsentiert darauf zum ersten Mal seine neue Band, ein erlesenes Ensemble, dessen Mitglieder allesamt in Manchester leben: Matt Cliffe (Flöte, Saxofon), Maddie Herbert (Harfe), Liviu Gheorghe (Klavier), Alan Taylor (Schlagzeug) und Jack McCarthy (Percussion) sowie Bassist Gavin Barras, der schon seit über 10 Jahren in den Bandkonstellationen von Halsall mitwirkt. Dem Gondwana-Gründer war es wichtig, eine Band um sich zu haben, die lokal in Manchester operiert und dadurch regelmäßig zusammenspielen kann – wie z.B. bei den monatlichen Basement-Sessions im Yes, die bis zum Beginn der Pandemie jedes Mal ausverkauft waren. Das neue Album greift die Energie dieser Sessions auf und kombiniert dabei Themen und Ansätze, die Halsall schon seit Jahren beschäftigen (z.B. auf den Alben Oneness, Fletcher Moss Park und When The World Was One): ökologische Themen etwa, Umweltfragen, das Leben im Einklang mit der Natur.

„Ich finde, dass Salute to the Sun ein positives und erdiges Album ist. Spielerisch sollte es sein und dazu eher simpel; geerdet, organisch, verbunden mit den Klängen der Natur. Ich habe mir zum Beispiel Ambient-Field-Recordings aus den Tropen angehört, Dschungel- und Regenwaldaufnahmen, und wollte dann die atmosphärischen, rhythmischen Sounds, die da zu hören waren, mit eigenen Mitteln nachahmen – mit Schellen, Rasseln, Glocken, Regenmachern. Außerdem begann ich damit, auch mit anderen Holz-Percussion-Instrumenten wie Kalimba und Marimba zu experimentieren.“

Salute to the Sun beginnt mit dem Titel „Harmony In Nature“, einem komplett improvisierten Stück, das von besagten Regenwald- und Dschungel-Field-Recordings inspiriert ist. Eine hypnotische Kalimba-Melodie steht danach im Zentrum der ersten Auskopplung „Joyful Spirits Of The Universe“; hier wird Halsalls grandioses Trompetenspiel auch von Flöten und Harfen eingerahmt. Auf „Canopy & Stars“ gesellt sich zur wunderschönen Trompetenmelodie dann auch das Tenorsaxofon von Matt Cliffe, während sich Harfe und Kalimba zu einem rhythmischen Fundament verbinden. Nachdem Halsall mit „Mindfulness Meditations“ auch eine Hymne auf die Meditation präsentiert, bezieht sich „Tropical Landscapes“ auf exotische Landschaften, wie sie in den Gemälden von Henri Rousseau, Peter Doig und Paul Gauguin zu sehen sind. Beim Titelsong „Salute to the Sun“ steuert Maddie Herbert ein wunderschönes Harfen-Intro sowie obendrein ein Solo bei; inhaltlich bezieht sich das Stück auf die Erfahrungen des Bandleaders an der Maharishi School, wo jeder Tag mit dem Sonnengruß und einer Meditation begonnen wurde. Sehr viel ausgelassener endet das Album, denn der Abschlusstitel „The Energy of Life“ besticht nicht nur mit Halsalls lebensbejahendem Trompetenspiel, sondern auch mit einem druckvollen Groove-Gerüst aus Percussion, Bass und Klavier; der Track erinnert daher an Halsalls Spiritual-Jazz-Einflüsse aus den frühen Siebzigern (u.a. die Meilensteine von Labels wie Black Jazz und Strata-East).

Aufgenommen hat Matthew Halsall das neue Album nach und nach, im Rahmen der wöchentlichen Band-Sessions, wobei er bewusst auf seine eigene Technik setzte, was die Tracks sehr entspannt und ungezwungen wirken lässt, weil man hört, dass die Ideen und Ansätze viel Raum zum Atmen hatten. Die Rolle des Co-Produzenten übernahm sein Bruder Daniel, sonst künstlerischer Leiter von Gondwana; dazu steuerte der Bruder auch das Cover-Artwork bei, das abermals Ian Anderson von The Designers Republic in Szene gesetzt hat, nachdem er zuletzt auch die Archiv-Veröffentlichungen Oneness, Sending My Love und Colour Yes gestaltet hatte. Für Daniel Halsall und Matthews Lieblings-Designer Anderson ist es bereits die siebte Zusammenarbeit. Abgemischt wurde Salute to the Sun wie zuvor vom angestammten Mixing-Spezialisten George Atkins bei 80 Hertz in Manchester, wobei sich Toningenieur Peter Beckmann besonders viel Zeit genommen hat, um die Bässe und auch den Klang von Halsalls Trompete zu perfektionieren. Die 2LP-Edition wurde per Half-Speed-Mastering von Barry Grint (Alchemy Mastering) angefertigt, um den bestmöglichen Klang zu garantieren.

Das Ergebnis ist Matthew Halsalls schlüssigstes und schönstes Werk – verspielt, gefühlvoll, erfüllt von der Wärme und der Energie der Sonne: Salute to the Sun.

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Über Matthew Halsall:

Schon als Teenager arbeitete der 1983 geborene Matthew Halsall auf die Gründung seines eigenen Labels hin: Fasziniert von der DJ- und Dance-Kultur, veranstaltete er Events für Warp und Ninja Tune, befasste sich neben dem Musizieren auch mit Studiotechnik, Filmschnitt, Promotion, Graphic Design & Co. Auf diesem DIY-Fundament gründete er 2008 schließlich Gondwana Records, wo im selben Jahr auch sein Debüt Sending My Love erschien. Zu den Künstlern des Labels zählen heute u.a. Portico Quartet, GoGo Penguin, Hania Rani und Mammal Hands. 

Mit seinen insgesamt sechs bis dato veröffentlichten Alben hat sich Matthew Halsall seither einen festen Platz in der britischen Musiklandschaft erspielt: Der zwischen Jazz und Electronica angesiedelte Sound des Trompeters, Komponisten, Arrangeurs und Bandleaders aus Manchester wurde schon früh von Größen wie Jamie Cullum und Gilles Peterson gefeiert, die Redakteure von Jazz FM und Mojo wurden kurze Zeit später auch hellhörig, woraufhin auch seine internationale Fanbase mit jeder Veröffentlichung weiter wachsen sollte.

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