MAMMAL HANDS

Mammal Hands veröffentlichen ihr neues Album „Captured Spirits“ am 11. September bei Gondwana Records

Mammal Hands veröffentlichen im Herbst 2020 ihr viertes Studioalbum: „Captured Spirits“ heißt das neueste Werk des britischen Trios, das am 11. September über das Tastemaker-Label Gondwana Records aus Manchester erscheint. Die erste Single „Chaser“ ist ab sofort im Stream zu hören - https://youtu.be/pndUxCV9VLI

„The semi-classical drums/sax/piano trio Mammal Hands mutate into a high-volume rave act“ (The Guardian)

Das Trio aus Norwich, bestehend aus dem Saxofonisten Jordan Smart, dem Pianisten Nick Smart und dem Schlagzeuger/Tabla-Spieler Jesse Barrett, hat sich schon mit den bisherigen Veröffentlichungen einen Namen als hypnotische Instrumental-Band gemacht, die auf der Schnittstelle von Jazz und Electronica operiert. Vielfach von der UK-Presse gelobt (u.a. Guardian), zählt auch Gilles Peterson zu ihren größten Fans. Mit ihrem Mix aus Electronica, zeitgenössischer Klassik, World Music, Folk Music und Jazz beziehen sich Mammal Hands auf eine lange Liste von Einflüssen und Referenzpunkten, angefangen bei Pharoah Sanders und Gétatchèw Mèkurya über Terry Riley und Steve Reich bis hin zu Sirishkumar Manji.

Seit der Gründung im Jahr 2012 haben die Geschwister Nick und Jordan mit ihrem Freund Jesse diesen einzigartigen, hypnotischen Soundentwurf in zahllosen gefeierten Liveshows und über bislang drei Alben immer weiter verfeinert: Auf „Animalia“ (2014) und „Floa“ (2016) folgte zuletzt das Album „Shadow Work“ im Jahr 2017. Zu den Konzert-Highlights dieser Zeit zählen unter anderem Auftritte im Londoner Roundhouse, auf der Hauptbühne des Field Day Festivals und beim Hamburger Elbjazz Festival sowie beim Montreal Jazz Festival, im Pariser La Cigale sowie in Athen (Technopolis) und Tokio (Unit).

Auch das neue Album haben Mammal Hands mit ihrem angestammten Produzenten George Atkins (Wiley, The Courteeners) aufgenommen. Obwohl ihr Sound ohne Gesang auskommt, ging es während der Aufnahmen in den 80 Hertz Studios von Manchester wieder mal um existentielle Fragen. „Man kann den Titel auf ganz unterschiedliche Arten auslegen, aber die Idee geht auf einen Text zurück, den Jordan gelesen hat“, so Nick. „Da ging es um Erfahrungen, die unsere Vorfahren gemacht haben, und wie diese Dinge in unserem Erbgut festgehalten und verschlüsselt werden – und sich somit auch darauf auswirken, wer wir heute sind. Wir knüpfen damit also durchaus an Themen an, die wir zuletzt behandelt haben, die Identität und das kollektive Unbewusste (‘Shadow Work’). Und dann spielen wir noch mit der Idee, sich eingegrenzt oder gefangen zu fühlen, dass man also diesen Drang verspürt, aus etwas ausbrechen müssen – und schließlich mit dem Gedanken, dass Menschen letztlich Seelen sind, die gefangen sind im Körper.“

Schon nach den melodisch-rhythmischen Eröffnungsmuster von „Ithaca“ ziehen Mammal Hands das Tempo hoch für den betörenden Albumvorboten „Chaser“: Nicks fieberhaftes Spiel und massive Percussion-Einlagen transportieren einen sofort in die unverkennbare Klangwelt der drei Briten. Nordindische Einflüsse durchziehen danach das meditative „Versus Shapes“, wobei Jesses Tabla-Spiel tonangebend ist, während das eher düstere, stimmungsvolle „Spiral Stair“ aus zahllosen sich überschneidenden und miteinander kollidierenden Klanggebilden besteht.  

Alleingänge haben Mammal Hands noch nie interessiert, und so war der Schreibprozess auch dieses Mal ein kollektives Unterfangen mit nur einem Ziel: Sie wollten ihre Gruppendynamik weiter verfeinern, gemeinsam diesen musikalischen Sog erzeugen, den man von ihnen kennt. „Ich glaube, dass bei diesem Album der Spaß am gemeinsamen Arbeiten, das Bewusstsein für diese Herangehensweise und für die Beiträge jedes einzelnen noch stärker zu spüren war als zuvor“, kommentiert Jesse. „Wir waren davor lange auf Tour gewesen, hatten uns überhaupt viel Zeit gelassen bis zu den eigentlichen Aufnahme-Sessions, und so konnten wir die neuen Ideen lange auf uns wirken lassen, Gelerntes mit einbeziehen und noch mehr rausholen aus dieser Verbindung, die zwischen uns besteht. Wir konnten umsetzen, was jedem von uns als Ganzes vorschwebte… und wussten einfach noch genauer, wo die zentralen Überschneidungen zwischen diesen Ansätzen zu finden sind.“

Während sie ihre klangliche Vision im Studio konkret werden ließen, steuerte auch dieses Mal der Künstler Daniel Halsall das Album-Artwork bei, der die Ästhetik des Trios dermaßen verinnerlicht hat, dass seine Interpretationen gewissermaßen als Schlüssel zur Musik fungieren. „Wir arbeiten jetzt schon so lange mit Dan zusammen, dass es einfach zu unserer Ästhetik dazugehört“, meint Jordan. „Irgendwie schafft er es jedes Mal, die Themen und Ideen, die wir für ein Album abstecken, zu erfassen – und sie in etwas Treffendes, wirklich Fesselndes zu verwandeln, was die Musik perfekt ergänzt. Gerade bei instrumentaler Musik ist das wichtig, schließlich müssen wir unsere Inhalte irgendwie transportieren, dürfen dabei aber auch nicht zu wörtlich oder zu eindeutig werden, um den Zuhörer*innen Raum für die eigene Fantasie zu lassen. Es muss genügend Raum bleiben für eine eigene Reise, die beginnt, wenn man die Musik hört und dazu das Artwork betrachtet.“

Treffend betitelte Stücke wie „Riddle“ und „Rhizome“ zeigen im weiteren Verlauf von „Captured Spirits“, wie viel dieses Trio von Texturen und Groove-Strukturen versteht – und dass sie auch vor komplexen Arrangements keineswegs zurückschrecken. Ihr gemeinsames Verständnis von Musik, die sich zwischen Jazz, Electronica und leinwandgroßen Rhythmen bewegt, wird von Album zu Album atemberaubender. „Musik hat das Zeug, so viele Räume in unserem Leben zu füllen“, findet Jordan, „und ich glaube, dass sie im Grunde genommen sogar eine viel direktere Art der Kommunikation ist als die Sprache. So gesehen kann sie ein Zufluchtsort sein, sie kann eine soziale Komponente haben, etwas offenbaren, an Vergangenes erinnern… sie kann immer das sein, was wir im jeweiligen Moment gerade brauchen.“

An die Intensität ihrer Liveshows knüpfen sie schließlich mit „Into Sparks“ an, das mit spirituellem Jazz flirtet, wenn Saxofonist Jordan sämtliche Freiräume seines Instruments auslotet. Der Vorhang fällt mit „Little One“: Ein leichter und lockerer Schlusspunkt, der jungen Tochter von Jesse gewidmet, mit dem Mammal Hands ihr bislang schlüssigstes Album-Statement ausklingen lassen.

Das Independent-Label Gondwana Records wurde von Matthew Halsall im Jahr 2008 gegründet. Zu den weiteren Künstler*innen des Labels zählen u.a. Allysha Joy, GoGo Penguin, Hania Rani, Matthew Halsall, Phil France, Portico Quartet und Sunda Arc.