John Carroll Kirby

“Septet” – VÖ: 25. Juni 2021 via Stones Throw Records

Im September 2019 brachte John Carroll Kirby ein Septett zusammen, um in LAs berühmtem Jazzlokal The Blue Whale aufzutreten. Die Energie des Auftritts inspirierte ihn zu einer neuen Platte mit dem schlichten Titel Septet.

Kurz nach den Septet-Sessions kam die Welt zum Stillstand. Kirby blieb beschäftigt und veröffentlichte My Garden, sein Stones Throw-Debüt, im April 2020. Im Laufe eines unruhigen Jahres fanden die Fans Zuflucht in My Gardens einzigartiger Mischung aus Jazz, New Age und Exotica, und das Album wurde von Pitchfork, The Fader, LA Times, Q und Mojo gelobt und für einen A2IM Libera Award für das beste Jazz-Album nominiert. Im Jahr 2020 veröffentlichte Kirby außerdem spontan das beruhigende Klavieralbum Conflict als Antwort auf das Chaos des Jahres; er arbeitete an Eddie Chacons Comeback-Album Pleasure, Joy and Happiness mit und vertonte den Animationsfilm Cryptozoo, der 2021 beim Sundance Festival den Next Innovator Award gewann.

Septet markiert Kirbys Rückkehr zum Ensemblespiel. Als Keyboarder, Komponist und Produzent hat er bereits mit Künstlern wie Solange, Frank Ocean und Harry Styles zusammengearbeitet und in den Tourbands von Blood Orange und Connan Mockasin gespielt. Kirby brachte diese Erfahrung als Bandleader, Arrangeur und Kollaborateur in die Septet-Sessions ein und passte seine Kompositionen an die individuellen Persönlichkeiten der Musiker an. Die Musiker - Kirby (Keyboards), Deantoni Parks (Schlagzeug), Tracy Wannomae (Holzbläser), JP Maramba (Bass), Nick Mancini (Mallets), Logan Horne (Holzbläser) und David Leach (Perkussion) - nahmen das Album in nur wenigen Tagen live in den 64 Sound Studios in Los Angeles auf. Das Ergebnis ist natürlich und spontan.

Septet kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Jazzszene in Los Angeles floriert, mit Künstlern wie Sam Gendel, Jamire Williams und Carlos Niño an der Spitze eines sich ständig verändernden Sounds. Es ist eine Platte, die von der Natur der Stadt und Kirbys Interesse am Animismus inspiriert ist, und wie sich diese mit der modernen urbanen Umgebung überschneiden.

Der Song 'P64 By My Side', benannt nach dem in Los Angeles heimischen Puma, der dafür bekannt ist LA’s Autobahnen zu überqueren, entstand, als Kirby sich vorstellte, mit dieser großen Katze als Haustier durch die Stadt zu laufen. Die rhythmische Kadenz von 'Rainmaker' erinnert an "einen rotierenden Sprinkler, der an einem heißen Tag über den Rasen hin und her tuckert", während Vögel und Schmetterlinge, die er von seinem Fenster aus sieht, 'Swallow Tail' inspirierten. Sensing Not Seeing" stellt sich jemanden vor, der nachts durch einen Wald rennt: "Wo es traditionell ein improvisiertes Solo gäbe, unterstützt die Rhythmusgruppe einen stummen Instrumentalisten, als ob er durch die Dunkelheit wandert, ohne sich von etwas leiten zu lassen." Noch fantastischer ist der Schlusstrack, der auf einem imaginären Schöpfungsmythos über "einen Jungen namens Nucleo basiert, der voll ausgebildet aus der präbiotischen Brühe auftaucht und die Urerde allein durchstreifen muss".

Kirby, der sich nach dem Verlust seines Vaters, der später zum Satanismus konvertierte, der Spiritualität zuwandte, balanciert in seiner Musik Introspektion und Spiritualität mit einer spielerischen Note aus. Ähnlich wie Herbie Hancock nach mehreren Alben mit himmlischer Musik auf Head Hunters zu einem festeren funkigeren Sound zurückkehrte, nehmen die Zustände, die Kirby auf My Garden erkundete, auf Septet eine eher irdische Dimension an.

Album Pre Order’: www.sthrow.com/septet