HUDSON MOHAWKE

NEUES ALBUM CRY SUGAR - VÖ AM 12. AUGUST ÜBER WARP - NEUE SINGLES "CRY SUGAR (MEGAMIX)" + "BICSTAN" & VISUALIZER

Hudson Mohawke meldet sich zurück und kündigt sein kommendes Album Cry Sugar an, das am 12. August über Warp Records erscheinen wird. Die Ankündigung kommt zusammen mit der neuen Single "Bicstan" und einem dazugehörigen Megamix-Visualizer unter der Regie von kingcon2k11.

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Auf "Cry Sugar (Megamix)" mixt Hudson Mohawke Teile des gesamten Albums, um schon vor der Veröffentlichung einen Einblick in die gesamte Klangpalette des Projekts zu geben.

Im Jahr 2022 presst Hudson Mohawke reinen Zucker aus seinen Tränendrüsen: Willkommen in der Welt von Cry Sugar. Von den klassischen, unterkühlt-gesichtslosen Genrestudien der UK-Clublandschaft gelangweilt, hat sich der Producer dieses Mal gänzlich dem gestörten Technicolor-Bombast der US-amerikanischen Dekadenz verschrieben: dem krassen Zuckerkick einer Sprite vom Drive Thru, den Teer- und Trash-Gerüchen des endlosen Highway-Netzwerks, dem ordinären Graffitifundstück von irgendeiner Auktion, auch der düster-hedonistischen Ekstase, die nur die eigentümliche Süße vergossener Tränen auslösen kann. Im goldenen Licht der Sonne von East Los Angeles glänzen dementsprechend auch große Soul-Samples und barocke String-Arrangements, die Hudson Mohawke über seinen Trademark-Klanggerüsten aus wuchtigen Bläsern und kristallklar-klaffenden Drop-Abgründen auspackt. Tatsächlich könnten seine neuesten Produktionen genauso gut unter dem Dach der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles Premiere feiern wie im immerwährenden Schatten der Londoner Ormside Projects.

Cry Sugar ist Hudson Mohawkes drittes Album. Und auch dieses Mal präsentiert er gewissermaßen Motivationsmusik für Clubgänger: Er gibt den nächtlichen Ausschweifungen immer neuen Schwung – und hat mit seinen maximalistischen Hymnen ja auch nicht wenige in den letzten Jahren inspiriert. Indem er seine Vergangenheit in düsteren, eher von Kälte dominierten Hinterhöfen von Glasgow gegen luftigere Studiosessions eintauscht, in denen auch Tenöre à la Pavarotti und betrunken wirkende Streichquartette ihren Platz haben, unterstreicht Mohawke vor allem, dass er immer noch am besten weiß, wie man die Grenzen zwischen High Art und Low Culture ausradiert. Nichts anderes würde man erwarten vom Schöpfer und wichtigsten Architekten jener ultrahochauflösenden Trap-Bauten, aus deren Blaupause im zurückliegenden Jahrzehnt ein Stil hervorgehen sollte, der auf den Billig-Dosenbier-Partys der College-Kids genauso läuft wie in den fettesten Fastfood-Werbeclips. Anstatt jedoch die Nase über diesen Pappbecher-Nihilismus zu rümpfen, der mit diesem Erbe einhergeht, scheint er die massiven Freiräume zu genießen, die diese Abgründe eben auch mit sich bringen – und würzt Tracks wie „Bow“ und „3 Sheets To The Wind“ entsprechend mit genau jenen legendären Drops, die das alles losgetreten haben. So wird die US-amerikanische Dekadenz zur eigentlichen Bühne, auf der sein Sound weiter gedeihen und aufblühen kann: Die DJ-Ecke wird zum Podium, auf dem der Komponist thront, wenn er das Spannungsfeld zwischen Ausschweifung und Apokalypse aufmacht und so die Mise-en-scene der Clubwelt des Jahres 2022 vor uns ausbreitet.