DJ Koze "knock knock"

Wie all seine Platten so existiert auch knock knock in einer Sphäre außerhalb von Trend und Einfluss. Genauer gesagt geht DJ Koze sogar noch einen Schritt weiter: von den Grooves über die Stimmen bis hin zu den Handclaps – alles hier ist jenseitig und einzigartig. Was nicht heißen soll, dass das Album ein völlig fremdes Abstraktum ist. Es gibt immer noch Disco, es gibt immer noch Soul, es gibt immer noch Techno zu entdecken, es gibt immer noch HipHop, es gibt immer noch Psychedelia – selbst einen Hauch von Easy Listening, Erinnerungen an das Knistern verlorener Secondhandplatten und ... eine Art von ... Indie-Rock – aber auch wenn das einem jetzt bekannt vorkommen mag, hier passiert nie das, was sich Dein Gehirn ausmalt, was passieren werde.

Dasselbe gilt für die Stimmen. Mehr als auf früheren Platten von Koze hören wir auf knock knock faszinierende, individualistische – wohlbekannte – Stimmen, aber jede einzelne von ihnen ist in einer eigenartigen Weise eingesetzt, hinübergezogen in eine andere Realität. Bon Ivers gespenstischer Hymnengesang auf "Bonfire" (gesampelte Vocals aus dem Bon Iver Track „Calgary) ist erkennbar Bon Iver, aber die Art, wie sich seine Stimme mit synthetischen Klängen verknotet, damit verschmilzt, bis Chorgesang und Computer in einiger Glückseligkeit umeinander wirbeln, ist etwas ganz anderes. Die unvergleichliche Róisín Murphy mutiert in zwei atemberaubenden Stücken zur Cyborg-Funk-Diva. Speech von Arrested Development liefert einen saftig schleppenden R & B-Funk auf "Colours of Autumn", aber dank Kozes irrer Bassline, dubbigen Echoeffekten und ausserweltlichen Natur-Sounds verwandelt sich das Stück in die tropische Landschaft eines Paralleluniversums. Kurt Wagner von Lambchop präsentiert sich als Bohème am Vocoder, Sophia Kennedy ist der Kabarett-Star eines Sci-Fi-Weimars, José Gonzalez eine holographische Projektion aus einem alten Film der Südsee-Inseln ... und so weiter, da ist nichts real, jeder ist Bewohner*In der Koze-Welt.

Und das ist der entscheidende Punkt. Koze ist ein Weltenschaffer. Du kannst Dir nicht aussuchen, wie Du seine Musik hörst – Du betrittst seine Welt oder tust es nicht, und damit Basta! Und das ist auch der Grund, warum einzelne Einflüsse  irrelevant sind – ob man den trippigen deutschen Techno nimmt, der sich durch all seine Platten kräuselt, oder der abstrakte Beat-Scene Hip-Hop, den er schon 2015 in seinen DJ-Kicks-Mix mit eingebunden hatte. Obwohl er sich nie vergleichen würde, kann man Koze nur verstehen, wie man andere Weltenschaffer versteht, von Bowie bis Sun Ra, von Outkast bis Kate Bush. Und knock knock ist mit Abstand Kozes bedeutendstes Statement. Ein Album, entstanden in einem ruhigen, stetigen Prozess, in geheimnisvollen, mysteriösen Arbeitsabläufen, in einem beständigen Ansammeln von Klang und Inspiration. Ein Album, vollständig, voller Details und Dichte in jeder Mikrosekunde, dass man schwören möchte, dass es akribisch geplant worden war - aber es gab keinen Masterplan, gar kein Verlangen, ein endgültiges Produkt zu erschaffen: die Platte entschied selbst, wann sie fertig war. Und dann war sie bereit, und hier ist es, ein formvollendetes Portal in diese andere Welt – und Du solltest besser auch bereit sein!

Info

Artist: DJ Koze

Album: knock knock

VÖ: 04.05.2018

Label: Pampa Records

Vertrieb: Roughtrade

Format: CD/2xLP +7inch/Limited Box/Digital


Pre Order https://djkoze.lnk.to/KnockKnock 


DJ Koze Online:

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NEU: instagram.com/djkozeofficial

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