Berlin Jazz Experiment - 31. Mai - 02. Juni 2019

Ein musikalisches Experiment – in, mit und für Berlin. Die Hauptstadt des Jazz von seiner schönsten Seite

Mission Statement:
Das Berlin Jazz Experiment ist nicht bloß ein weiteres Musikfestival in der Stadt, sondern eine inklusive Plattform im Herzen der Stadt. Taktgeber für das Experiment ist Jazz, Ort des Geschehens der Holzmarkt. Dort, zwischen alt und neu, vergangenheitsbewusst und futuristisch, schlägt das Berlin Jazz Experiment seine Zelte für drei Tage auf. Mit und für die Berliner und ihre internationalen Gäste wird der Spirit des Jazz zelebriert, der den Geist der Spreemetropole widerspiegelt: Zusammenhalt, Zusammenkunft, zusammen spielen und leben. Man ist mehr als nur die Summe der einzelnen Teile. Es gibt Austausch und Kommunikation. Egal, wo man herkommt, Hauptsache ist wofür man steht. Egal, wen man liebt, egal welchen Geschlechts: In Berlin und im Jazz sind alle gleichermaßen willkommen. Jazz war nie Musik der Elite, sondern viel mehr Ausdruck auch der Ärmsten: Ein versuchter Blick in die Zukunft, voll Hoffnung und Wärme, die man im Gemeinsamen erleben kann. Eine Musikrichtung geschaffen für Berlin. Das Berlin Jazz Experiment schafft den Raum und die Zeit um sich mit Jazz auseinander zu setzen, auch Vorurteile abzulegen, sich an aktuellen Debatten zu beteiligen oder auszutauschen. Ein musikalisches Experiment – in, mit und für Berlin.
Auch über 100 Jahre später hat Jazz grundlegende Aspekte bewahren können, gleichzeitig hat sich die Musik in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt. Mit dem Berlin Jazz Experiment wollen wir genau diese Entwicklungen erforschen und zeigen, diskutieren und darstellen, für und mit den Berlinern zelebrieren.

Hintergrund:
Jazz ist seit seiner Erfindung und Entwicklung Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA, und im Speziellen in New Orleans, eine Musik der modernen Großstadt. New Orleans als Melting Pot der verschiedenen Kulturen und Ethnien, als Stadt, die sowohl Voodoo karibischer Prägung als auch Süd-Staaten-Aristokratie zusammenbrachte, darf hierbei gerne als Vorbild für die selbstbewussten, multi-kulturellen Orte dieser Welt gelten.
Jazz brachte als musikalische Äußerung diese Entwicklung auf den Punkt. Hier kamen das erste Mal Mensch, egal woher sie stammten, im halb-privatem und öffentlichem Rahmen gleichberechtigt zusammen.

Beschreibung:
1) Jazz als gesellschaftliche Funktion
Jazz-Musik ist die grundlegende musikalische Äußerung unserer Zeit. Ein Großteil aktueller Popmusik aus dem In- und Ausland basiert auf Jazz-Standards, R’n’B, Hip-Hop und House sind vornehmlich unmittelbar beeinflusst, Rock zumindest mittelbar. Kinder lernen in den Musikschulen oder bei privaten Lehrern an der Gitarre, am Bass, am Saxophon Jazz-Tonleitern, Drummer lernen Swing und Groove. Jazz ist grass-roots. In Bars spielen Jazz-Combos, alleine zu Hause kann man sich an Soli versuchen. Jazz macht Spaß. Das Berlin Jazz Experiment nimmt diese gesellschaftliche Funktion ernst. Losgelöst von Avantgardismen reicht Jazz allen Teilen der Bevölkerung die Hand und lädt zum Mitmachen ein.
Jazz ist die Musik der Diversität. Für afrikanisch-stämmige Personen war die Beschäftigung mit der Musik, die unmittelbar vom afrikanischen Kontinent geprägt ist,  historisch (und auch heute – vielleicht mehr denn je) gesehen immer Ausdruck der eigenen Identität gewesen. Für die jüdische Community nimmt der Folklore-Jazz Klezmer die gleiche Rolle ein. Generell steht Jazz, durch seine Position zwischen Folklore, Pop und Ernster Musik, für ein allumfassendes musikalisches Projekt.
Durch das stete Zusammenspiel der Jazz-Musiker*innen (Call and Response), das auf Kommunikation und Gemeinschaft basiert, sind Alleingänge nicht gern gesehen, ein friedliches Miteinander steht im Mittelpunkt des Berlin Jazz Experiment.

2)  Das Festival in Berlin:
Berlin ist das kulturelle Zentrum Deutschlands; und eine der wichtigsten Städte Europas oder der ganzen Welt. In der Stadt leben und arbeiten Deutsche mit Migranten, Berliner mit Zugezogenen aus Köln und Tel Aviv – hier kommen alle zusammen und tauschen sich fließend aus. Genauso wie New Orleans um die letzte Jahrhundertwende ist Berlin ein Melting Pot, eine wunderbar lebendige Mischung verschiedener Kulturen und verschiedener Geschichten. Berlin nimmt damit eine der führenden Stellungen weltweit ein, was die künstlerische und musikalische Szene angeht. Die verschiedenen Einflüsse vermengen sich in der Stadt zu immer neuen und immer interessanten Positionen, die im besten Sinne divers sind.
Das ist der perfekte Nährboden für Jazz - und die Auseinandersetzung mit dieser. Gerade Städte wie London zeigen, welche gesellschaftliche Rolle Jazz einnehmen kann. Hier wird wie eh und je in Pubs und Clubs durchgehend Jazz gespielt; von jungen wie alten Gruppen, von Sänger*innen, Saxophonist*innen oder Drummer aus der ganzen Welt. Gleichzeitig werden mittelgroße und große Spielstätten gefüllt und belebt mit der neuen Lust am Jazz.
So fühlt es sich an wie im L’age d’or der Zwanziger Jahre: als Jazzclubs in ganz Berlin öffneten und das moderne Nachtleben in die preußische Hauptstadt und das kulturelle Zentrum der Weimarer Republik brachten.

So entsteht auch heute wieder eine gesunde Szene, die offen für Jedermensch ist. Die richtige Musik für das moderne Berlin. In den letzten Jahren haben Musiker wie Kamasi Washington oder Melanie di Biasio große Berliner Hallen füllen können; das Interesse in der Stadt ist groß an diesen musikalischen Ausdrucksformen. Plattenläden in der Stadt füllen wieder ihre Jazz-Regale auf. Gerade für ein urbanes Zentrum, das weltweit bekannt ist für seine elektronische Musikszene ist es richtig und wichtig auch andere Genre zu fördern und zu zelebrieren. Jazz-Musik bietet sich durch seine durchweg durchlässige und inkludierende Natur an, ist geradezu prädestiniert. Das Berlin Jazz Experiment möchte Berlin dem Jazz, und Jazz Berlin noch ein Stück näherbringen. Mit Künstler*innen von internationalem Format und selbstverständlich genauso Musiker*innen aus Berlin und der Berliner Szene.

3) Der Ort als Zuhause: Der Holzmarkt
Heimat für das Berlin Jazz Experiment ist das Gelände am neugeschaffenen Holzmarkt. Das urbane, innerstädtische Wohn- und Kulturprojekt Holzmarkt ist in seiner offenen Struktur der perfekte Ort für das Musikfestival. Die öffentlichen Orte laden ein zum Flanieren und Verweilen, ob bei freien Jams und Sessions, beim Vinylmarkt, bei den verschiedenen Möglichkeiten sich mit der Musik auseinander zu setzen. Die bunte und frische Architektur bietet nicht nur eine grandiose Kulisse, sondern wird mit einbezogen in die Erfahrung während des Berlin Jazz Experiments. In den Clubs und Lokalen wie dem Katerschmaus werden Konzerte veranstaltet, Commissioned Works gezeigt und aufgeführt sowie Workshops und Panels zu verschiedenen Themen rund um das Thema „Jazz und seine gesellschaftliche Rolle“ stattfinden.
Nie verkopft, sondern auch unterhaltsam: Mit einem Erfrischungsgetränk den Sonnenuntergang genießend aktuelle Jazz-Musik auf den Ohren – nirgends kann man das besser als in Berlin, als am Holzmarkt. Für jeden offen, der offen ist.
Der Holzmarkt, mit seiner Lage zwischen dem ehemaligen Westen und Osten, dem neuen Mittelpunkt der Stadt, die sich gerade in rasender Geschwindigkeit weiterentwickelt, ist der perfekte Ort. Am Spreeufer tummeln sich mittlerweile Clubs, alte Fabrikgebäude, neue Bauten, die architektonisch berauschend sind, sowie Großprojekte wie die beiden Groß-Veranstaltungshallen. Mit der East Side Gallery um die Ecke darf der Holzmarkt als Beispiel der positiven Energie gelten, die Berlin seit der Überwindung der Teilung durchfährt. Die gelebte Gemeinschaft, die Leben und Kreativität, die neue Urbanität in den Fokus ihres Schaffens gestellt hat, wird auch das Berlin Jazz Experiment propagieren.

4) Alt vs. Neu, Avantgarde vs. Pop
Für das Berlin Jazz Experiment ist die Geschichte der Jazz-Musik als ständiges und stetes Ausloten von Spannungsfeldern besonders bedeutend.
Wie kaum ein Genre, ein Lebensgefühl, hat sich Jazz immer weiterentwickelt: Entweder im Zusammenspiel oder im Kontrast zu den Vorgängern und der Tradition. Im Blick zurück liegt das Glück und die Zukunft ist das Ziel. Damit korrespondiert Jazz mit der Stadt Berlin, die sich nicht nur in den letzten 30 Jahren, sondern durchaus in ihrer ganzen Geschichte sich immer wieder neu ausgelotet hat. Mit einem Blick von der Oberbaumbrücke die Spree entlang wird man verstehen können, was diese Stadt an Geschichte mit sich trägt. Ebenso ist in wunderbar bekannten Jazz-Akkordfolgen wie dem II-V-I die gesamte Geschichte des Jazz eingeschrieben. Gerade aktuelle und kontemporäre Jazz-Musiker*innen wie Moses Boyd aus London oder Lucis Cadotsch aus Berlin setzen sich mit den musikalischen und historischen Wurzeln der eigenen Musik und der eigenen Herkunft auseinander. Mittel der Wahl ist ein moderner Mix, der zwischen Pop und Avantgarde oszilliert und derweil seine Vorgänger widerspiegelt. Auf New Orleans folgte Chicago, auf Swing Be-Bop, nach Free-Jazz kam „Don’t Worry, Be Happy“.
Etablierte Musiker*innen, Up-Coming Artists, Nachwuchs: Die perfekte Mischung wartet darauf diese Entwicklungen aufleben zu lassen. Nicht als Retro-Veranstaltung, sondern mit modernen Mitteln, mit eigener Musik, mit grandiosen Kompositionen.
Grenzen wollen gesprengt werden, Musik möchte gehört werden: Jazz ist ein Motor für das gesamte kreative Feld und damit der subkutane Soundtrack der Weltstadt Berlin. Das Berlin Jazz Experiment möchte dementsprechend einen Status Quo erheben mit den Berliner*innen zusammen und einen kleinen Blick in die Vergangenheit, wie in die Zukunft werfen, einen vitalen Austausch und Diskurs anstoßen und einfach unterhalten.

5) Unser Selbstverständnis
Ganz in der Tradition des Jazz möchte das Berlin Jazz Experiment Festival, Ort und Möglichkeit der Offenheit sein. Diversität wird gefördert und gefeiert, Equality wird garantiert, Förderung versprochen. Man ruht sich nicht aus, sondern sucht intensiver und tiefer und möchte ein möglichst vielfältiges Programm bieten.
Das Berlin Jazz Experiment soll ein Festival sein für Jedermensch – ohne implizit oder explizit auszuschließen. Es geht darum mit allen Berlinern in einen Austausch zu treten. So werden neben monetären Zugangsbeschränkungen auch frei-zugängliche Programmpunkte garantiert. Der Holzmarkt kann immer besucht werden – und es gibt immer etwas zu entdecken: Ob Live-Musik, Plattenmärkte, Jazz-Brunches oder Workshops. Es geht nicht darum eine weitere Elite innerhalb der Stadt zu etablieren, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wir wollen dem Jazz entsprechend grass-roots sein, die Basis für die kulturelle Entwicklung der Stadt sein, die neuen Füße auf denen die Stadt steht, während sie in die Zukunft blickt. 

Info

Line Up:

FR 31.05.
Duendita
Emma-Jean Thackray’s Walrus
Rayana Jay
LIUN + The Science Fiction Band
Lucia Cadotsch „Speak Low“
Max Graef presents 2Morph Live
The Elliot Galvin Trio
Moses Boyd Exodus

SA 01.06.
Melanie de Biasio
Meshell Ndegeocello
Binker Golding & Elliot Galvin

SO 02.06.
SHALOSH
Sun Ra Arkestra


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www.berlinjazzexperiment.com


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