BELL ORCHESTRE

BELL ORCHESTRE VERÖFFENTLICHEN IHR NEUES ALBUM HOUSE MUSIC AM 19. MÄRZ BEI ERASED TAPES

DAS LEGENDÄRE MINI-ORCHESTER AUS MONTREAL MELDET SICH NACH ÜBER 10 JAHREN MIT NEUER MUSIK UND OFFIZIELLEM VIDEO ZUR ALBUMPASSAGE „V: Movement“ ZURÜCK — HIER REINSCHAUEN: https://youtu.be/NE42rmI8k_k

Größtenteils in einer einzigen Improvisations-Session der Bandmitglieder entstanden, zu denen Sarah Neufeld und Richard Reed Parry von Arcade Fire zählen, zelebriert das sich wie ein fluides Traumszenario entfaltende neue Album von Bell Orchestre die Energie des Augenblicks: wenn künstlerische Impulse aufkommen und in Echtzeit miteinander verschmelzen.

Erased Tapes kündigen heute das neue Album House Music von Bell Orchestre an: Nach über 10 Jahren der erste neue Longplayer des gefeierten Kollektivs aus Montreal, erscheint das mit Spannung erwartete, immersive Ökosystem von einem Album am 19. März. House Music entfaltet sich als ein einziges langes Musikstück: Aufgenommen und später in seine endgültige Form gebracht, basiert das Album auf einer Improvisation, mit der Bell Orchestre ihren Ansatz radikal erweitern, indem sie klassische und elektronische Elemente zusammenbringen und sie im Verlauf dieser Momentaufnahme in immer neue, unmöglich kategorisierbare Klangwelten überführen.

Nachdem sie im November bereits den Kurzfilm „IX: Nature That’s It That’s All.“ präsentiert hatten – in dem die Band Archivaufnahmen von ausgelassenen Kirmesbesucher*innen mit einer dem Schlussteil des Albums entnommenen, eher verträumten Passage von House Music vertonten –, veröffentlichen Bell Orchestre zum Jahresbeginn ein Video zum explosivsten und eingängigsten Teil des Albums: „V: Movement“. Regie führte wie zuvor Bandmitglied Kaveh Nabatian.

In den Linernotes zum neuen Album berichten die Musiker*innen davon, wie in den kinetisch aufgeladenen Improvisations-Sessions zuvor immer wieder „ein nuanciertes Musikstück ganz organisch entstand, komplett ausgestaltet, aber ganz ohne jeden Plan, ohne Diskussion oder rationale Gedanken“ – um kurz darauf direkt wieder verlorenzugehen, da diese Momente leider nie aufgezeichnet wurden. Auf dem Weg zum neuen Album fassten sie schließlich den Entschluss, gerade das Spontane und Zufällige zu zelebrieren und den Akt der Kollaboration, des gemeinschaftlichen demokratischen Schaffens selbst in den Mittelpunkt des fertigen Werks zu rücken. Inspiriert von improvisationsgeleiteten Wegbereitern wie Talk Talk, The Orb, Miles Davis (während der Bitches Brew-Ära) oder auch dem erst kürzlich verstorbenen Ennio Morricone, knüpfen Bell Orchestre mit House Music an genau diesen Geist an und zelebrieren den Moment: Impulsives, Spontanes, plötzliche Querverbindungen, das mysteriöse Aufkommen und Sich-Entfalten von neuer Musik – in Echtzeit.

Mit Unterstützung von Toningenieur Hans Bernhard, hat die Band dafür zunächst Sarah Neufelds (Geige, Gesang) mehrstöckiges Haus auf dem Land in Vermont komplett verkabelt: Sie und die weiteren fünf Mitglieder des Mini-Orchesters – Pietro Amato: Horn, Keyboards, Elektronik; Michael Feuerstack: Pedal-Steel-Gitarre, Keyboards, Gesang; Kaveh Nabatian: Trompete, Gongoma, Keyboards, Gesang; Richard Reed Parry: Bass, Gesang; sowie Stefan Schneider: Schlagzeug – verteilten sich daraufhin auf die verschiedenen Zimmer. So verbrachten sie zwei Wochen in konzentrierter, kollektiver Isolation, um gemeinsam ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen: Jeden Tag nahmen sie ihre improvisierten Sessions auf. Das 45-minütige neue Album, das nun erscheint, basiert dabei auf einer einzigen, ursprünglich ungefähr 90-minütigen Improvisations-Session.

„Hätte man die vordere Außenwand des Hauses abgetrennt und einen Blick ins Innere geworfen, wäre da unten im Erdgeschoss, wo sich sonst das Wohn- und Esszimmer befindet, die Bläsersektion zu sehen gewesen – wo so unglaublich viel gleichzeitig passiert ist. Ein einziges Tohuwabohu war das, diverse Tische waren übersät mit Kalimbas und Harmoniken, Synthesizern und Hörnern. Dann ging’s eine Ebene darüber weiter, wo ich und Richie uns befanden, in einem ganz leeren, sehr warm klingenden hölzernen Schlafzimmer. Nebenan spielte Mike seine Pedal-Steel im Bad, im selben Stockwerk wie wir. Und dann die Treppe hoch und durch die Decke auf den Dachboden, da war Stefan, alleine mit seinem Schlagzeug. Drumherum ein großes Grundstück, und wenn man dann nach draußen ging, um Pause zu machen, schaute man sich um und hörte, wie dieses ganze verrückte Zeug von den verschiedenen Stockwerken zu einem herüberdrang. Das gesamte Tal war davon erfüllt, und da waren so viele Felsen, von denen der Klang reflektiert wurde. Es war echt unheimlich und wundervoll“, berichtet Sarah.

Später behutsam editiert und in Form gebracht, zum Teil auch ergänzt, besteht das Album größtenteils aus diesem einen Originalmitschnitt, wobei auch die grundlegende Struktur der einzelnen Sätze erhalten wurde. Dieses eine Musikstück – nahezu komplett während der Aufnahme erdacht und entstanden – entwickelte sich ohne jede Vorgabe, abgesehen von einer kurzen Harmonie-Schleife, die Parry als Ausgangspunkt vorgeschlagen hatte, welche das Album insgesamt zusammenhält und vorwärtstreibt durch den Prozess des Zur-Welt-Kommens: Dynamisches, zügelloses Wachstum folgt darauf, bis zum ultimativen Nachlassen der Kräfte dieses musikalischen Ökosystems, das sich in der Session entfaltet. Was die Band damit erschaffen hat, ist ein Album, das die Konturen eines gelebten musikalischen Augenblicks offenlegt.

„Die meisten meiner Lieblingsaufnahmen haben so ein erforschendes Element und so etwas Zufälliges in der Musik, ein Gefühl, in dem das Wesen eines musikalischen Geistes sichtbar wird, da man ja einerseits absolut konzentriert ist auf eine spezifische Idee, zugleich aber auch umherstreift und diejenigen musikalischen Welten erkundet, die diese Ideen umgeben“, so Parry. „Ich glaube, den Zuhörer*innen gibt es am meisten, wenn man musikalischen Geistern dabei zuhört, wie sie eine Idee erkunden – also nicht bloß einem Musiker, der eine vorgefertigte Idee hat und sie hundertfach einstudiert hat, bis alles daran perfekt und glattgebügelt ist. In dieser Aufnahme erkundet jeder von uns sechs zeitgleich die eigenen Ideen, und wir lauschen intensiv den weit geöffneten Geistern der anderen – und sind zugleich tief versunken in unsere eigenen schrägen und wunderschönen kleinen, inneren Musikwelten.“

House Music öffnet seine Fenster und Türen am 19. März 2021 auf Erased Tapes.


Album-Passagen:                          

I: Opening                          

II: House                              

III: Dark Steel

IV: What You’re Thinking

V: Movement                      

VI: All the Time

VII: Colour Fields                

VIII: Making Time                

IX: Nature That’s It That’s All.

X: Closing

Info

Stream & Pre Order: https://idol.lnk.to/HouseMusic

Kat.-Nr.: ERATP141

EAN: 3663729137012

Format: LP – CD – DL

Label: Erased Tapes

Vertrieb: Indigo   

www.bellorchestre.com

www.erasedtapes.com

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