BATTLES

Neues Album JUICE B CRYPTS erscheint am 18. Oktober 2019 bei Warp Records ++ Exklusives Deutschland-Konzert am 23. Oktober in Berlin

Battles melden sich im Herbst 2019 zurück, wenn mit Juice B Crypts das vierte Studioalbum der New Yorker bei Warp Records erscheint. Für den Nachfolger zu Mirrored, Gloss Drop und La Di Da Di setzen Battles auf einen Sound, der permanent mit Reizüberflutung flirtet – und wieder einmal sämtliche Erwartungen aushebelt und ins Wanken bringt.

Als Duo geschrieben und eingespielt – das aktuelle Line-up besteht aus Ian Williams (Keyboards, Gitarre, Electronics) und Schlagzeuger John Stanier –, haben Battles Juice B Crypts mit dem Produzenten Chris Tabron (Trash Talk, Beyoncé, Mobb Deep, Ratking) aufgenommen, der zugleich für den Mix verantwortlich zeichnete. Indem sie klanglich auf Synthesizer-Loops, unbarmherzige Schlagzeugpassagen und zyklische Riffs setzen, flirten Battles auf dem neuen Longplayer nicht nur mit allerneusten Technologien, sondern umkreisen auch Fragen der Authentizität und wie es gelingen kann, das Rad so kurz vor 12 noch einmal neu zu erfinden...

Ein klassischer Battles-Move ist dabei, dass sie auf dem neuen Album auch verschlüsselte Botschaften und geheime Codes untergebracht haben, die nur sie selbst entschlüsseln können. Was also haben beispielsweise der Komponist von „Taxi“, ein halbmodularer analoger Synthesizer (genauer: „semi-modular analog subtractive audio sythesizer“), eine Zweitakter-Ölbohrmaschine und eine Siebziger-Combo, die 15 Studio- und sechs Live-Alben veröffentlicht hat, mit Juice B Crypts zu tun? Eine Antwort, die Ian darauf gibt, verweist auf das Konzept von „medialer Spezifität“, das der New Yorker Kunstkritiker Clement Greenberg einst formuliert hat – hier geht es um die materiellen Eigenheiten eines jeden Mediums und darum, wie es Künstler*innen gelingt, diese zu nutzen oder zu manipulieren. Und genau wie Maler*innen zu Beginn der klassischen Moderne, stürzen sich Battles nun auf das von ihnen gewählte Medium, erfinden es neu: verschachtelte Arpeggien, die auf einem Elektron Octatrack-Sampler entstehen, um etliche Tonhöhen verschobene Akkordfolgen, Beats in Sechzehnteltakten und schräge Hinweise geben den Ton an. Dinge also, die man zwar so nicht erwartet hätte, aber die auch nicht überraschen bei einer Band, die sich noch nie um klassische Kategorien und Genregrenzen geschert hat (und aus deren Feder Stücke wie „The Yabba“, „Atlas“ und „Ice Cream“ stammen).

Zeitgleich zur Ankündigung von Juice B Crypts erscheint schon in dieser Woche die erste Single „Titanium 2 Step“. Aufgenommen mit der New Yorker No-Wave-Legende Sal Principato, bekannt für seine Arbeiten mit der Kult-Combo Liquid Liquid, funktioniert der Vorbote ganz klar als Hommage an die gemeinsame Heimatstadt – und wirkt fast schon wie ein verschollener New-York-Klassiker. „Es war eine tolle Erfahrung, die Aufnahmen in unserer Heimatstadt New York zu machen. Echt perfekt, dass Sal von Liquid Liquid mitgemacht hat“, kommentiert John. „Besser hätte das wirklich nicht laufen können.“

Trotz ihrer Wurzeln in New York City, ist Juice B Crypts genau genommen das erste Album, das Battles während einer Phase geschrieben und aufgenommen haben, in der sie auch durchweg dort lebten. Von den Rhythmen der Metropole beeinflusst, kommen hier gelebte wie nicht gelebte Erfahrungen und Einflüsse zusammen – was sich auch im Artwork der LP widerspiegelt. Verantwortlich für die visuelle Umsetzung war Andrew Kuo, ein Freund der Band, ebenfalls aus NYC, dessen abstrakt-bunte Balken und Dreieck-Pixel im Artwork die Grenze zwischen 2D-Flächigkeit und 3D-Manipulation auszuhebeln scheinen: Das optische Muster ähnelt somit der Art, wie Battles ihre Kompositionen niederschreiben – denn sie geben den unterschiedlichen Phrasen, Passagen und Figuren stets ihre eigenen, einprägsamen Namen.

Was als massives Paket aus Informationen und Daten anfing, nahm schließlich immer konkretere Formen an, indem Battles für Juice B Crypts lernende Maschinen wieder und wieder mit menschengemachtem Tonmaterial fütterten und die Resultate daraus immer weiter verfeinerten. Erstmals zu zweit auf klanglichem Neuland unterwegs, haben sich Battles inzwischen, was Studioarbeit und Auftritte angeht, sehr weit von jenem Modus Operandi entfernt, den andere Bands üblicherweise an den Tag legen. Auf dem neuen Album treten sie eher wie fast körperlose Geister im Inneren von Maschinen auf, wechseln immer wieder die Richtung und setzen voll aufs Bauchgefühl. Juice B Crypts – so klingen also Battles, wenn man sie gänzlich losmacht, die Leinen ein für alle Mal kappt. Ian: „Es geht um Akkordfolgen, Auflösungen, um Rückkehr nach Hause. Nimm all das und wirf es in einen Mixer voller moderner Tools, setz auf den Glitch-Faktor... oder nimm ein paar melodische Passagen, wiederhole sie, immer und immer wieder, pulverisiere alles Traditionelle daran, aber versuche auch, während du alles zerlegst, ein paar harmonische Beziehungen aufrecht zu erhalten.“

Das insgesamt rund 40-minütige Juice B Crypts-Album beginnt mit „Ambulance“: Klassischer Battles-Nachdruck, akribisch herausgearbeitete Gitarrenloops, ein hochkomplexes Arrangement, für das sie voll auf instrumentelle Dekonstruktion setzen. „A Loop So Nice...“ leitet sehr gut über in „They Played It Twice“, bei dem die New Yorker Sängerin Xenia Rubinos am Mikrofon aushilft: Ihr Gesang löst und befreit den Track gewissermaßen. Überraschend: der gemeinsame Gastauftritt von Psychedelic-Band Prairie WWWW aus Taipeh und Prog-Rock-Ikone Jon Anderson, einst Sänger von Yes: Hier wird der Gesang durch jene kleinen Kabelschlitze gepresst, die „Sugar Foot“ auszeichnen. Neben weiteren Gast-Vocals von Shabazz Palaces und tUnE-yArDs gibt es auch viele Instrumental-Highlights: „Fort Greene Park“ und das Titelstück beispielsweise, das einen mit seinen Brüchen und sprunghaften Energieschüben vollkommen durcheinanderbringt, jeden klaren Gedanken unmöglich macht. Auf dem Abschlusstitel „The Last Supper On Shasta“ feat. tUnE-yArDs spielt ein Klavier jene Synthesizer-Melodie nach, die wir vom Anfang der LP kennen: Der Loop wird erst wieder aufgerichtet, dann wieder umgekrempelt, was letztlich noch einmal die unendlichen Transformationsmöglichkeiten dieser Meta-Patterns aufzeigt, die in den Instrumentalspuren genauso aufflackern wie in den Songtexten – siehe z.B. der Track mit Prairie WWWW: „no beginning to the story, no end to the time“, eine Zeile, die sich wie ein tautologischer Code im Loop windet, sich immer weiter in der Zeit verliert...

Tracklist:

1 Ambulance

2 A Loop So Nice...

3 They Played It Twice (featuring Xenia Rubinos)

4 Sugar Foot (featuring Jon Anderson and Prairie WWWW)

5 Fort Greene Park

6 Titanium 2 Step (featuring Sal Principato)

7 Hiro 3

8 IZM (featuring Shabazz Palaces)

9 Juice B Crypts

10 The Last Supper On Shasta (featuring Tune-Yards)

Mitte August treten Battles ihre nächste Welttournee an, in deren Rahmen sie im Oktober auch nach Berlin kommen werden (s.u.).

Battles Live 2019

14. August      Leeds, UK                              Brudenell Social Club

16. August      Compton Martin, UK               ArcTanGent Festival

17. August      Taranto, IT                              Cinzella Festival

23. Oktober     Berlin, DE                               SchwuZ

24. Oktober     Dublin, IE                                Button Factory

25. Oktober     London, UK                            EartH (Hackney Arts Centre)

28. Oktober     Manchester, UK                     Manchester Gorilla

30. Oktober     Paris, FR                                Le Trabendo (Parc de la Villette)

31. Oktober     Borgerhout, BE                       TRIX

01. November Turin, IT                                  Club To Club Festival 2019

01. Dezember Seattle, WA, (USA)                Neumos         

02. Dezember Portland, OR (USA)                Hawthorne

03. Dezember San Francisco, CA (USA)      The Independent

04. Dezember Los Angeles, CA (USA)          Lodge Room

07. Dezember Toronto, ON (CANADA)         Lee’s Palace

08. Dezember Chicago, IL (USA)                  Lincoln Hall

10. Dezember Brooklyn, NY (USA)               Music Hall Of Williamsburg

11. Dezember Boston, MA (USA)                  Brighton Music Hall

Tickets: http://www.bttls.com/          

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