Allysha Joy „Acadie : Raw"

Die aus Melbourne stammende Sängerin, Songwriterin, Produzentin, Pianistin und Dichterin Allysha Joy, die bislang vor allem mit ihrem Kollektiv 30/70 in Erscheinung getreten ist, veröffentlicht im Herbst ihr erstes Soloalbum: Acadie : Raw erscheint am 21. September 2018 bei Gondwana Records.

Anknüpfend an die jüngsten Erfolge und die kontinuierlich wachsende Aufmerksamkeit, die ihrem Kollektiv 30/70 in den letzten zwei Jahren zuteil wurde, wuchs in ihr das Bedürfnis, auch als Solomusikerin zu arbeiten: Mal begleitet sich Allysha Joy dabei selbst (u.a. an den Fender Rhodes), dann wieder setzt die Songwriterin und Produzentin auf volle Bandbegleitung – ihr Hang zum Groove ist dabei stets zentral, ihre rauchige Stimme sowieso. Wie ein roter Faden durchzieht diese Soloaufnahmen eine ganz eigene (weibliche) Energie sowie eine Kernaussage: Sie will mit ihren Songs andere Menschen dazu inspirieren, friedfertig zu sein, zu teilen, Rücksicht zu nehmen. Eine Message, die heute wichtiger ist denn je.

Aufgewachsen mit einer Mischung aus Jazz, Soul, Hip-Hop und R&B, vereint ihr dynamischer, vielschichtiger Sound all diese Elemente: „Als Musikerin orientiere ich mich an Individuen, die auch auf der Bühne ihr wahres Selbst zeigen. Die auf etwas verweisen, das jenseits des jeweiligen Moments liegt, jenseits von ihnen selbst, deren Musik auf etwas Größeres verweist. Ich versuche dabei immer, das Publikum auf eine Reise mitzunehmen.“ Ihre Kompositionen basieren auf persönlichen Erfahrungen, vor allem aber auf dem intensiven Gefühl, das sie mit der Welt und ihren Bewohner verbindet. „Ich schreibe, um damit die ganzen Gefühle zu verarbeiten, die mich sonst verzehren würden... ohne die Musik würde ich irgendwann explodieren.“ Für Allysha stellt das Album Acadie : Raw vor allem eine Momentaufnahme dar: „Vom Beginn bis zum Abschluss der Arbeit, ging es mir in erster Linie um die Möglichkeit, eine tiefere, persönlichere Seite von mir zum Ausdruck zu bringen – und dabei erstmals absolute Kontrolle über die Musik und die Vision dahinter zu haben. Ich konnte sehr viel tiefer eintauchen in meine eigene Kreativität. Und dabei ist dieses Album bloß der Anfang.“ Albumgäste gibt es dabei durchaus: Aufgenommen hat sie ihren Solo-Erstling mit einigen Mitgliedern von 30/70, jenem Kollektiv, das nicht nur in Melbourne schon viel bewegt hat. „Ja, auf dem Longplayer spiele ich sowohl solo als auch mit meiner 30/70-Crew – Henry Hicks, Ziggy Zeitgeist, Josh Kelly und Danika Smith. Ich bin echt wahnsinnig dankbar dafür, diese Crew gefunden zu haben... wir spielen jetzt schon seit vier Jahren zusammen, und dieses neue Album ist letztlich auch bloß ein weiterer Ableger des Kollektivs, das sich immer weiter entwickelt, sich immer weiter verzweigt.“

Allysha Joy beginnt das Album Acadie : Raw mit dem Song „FNFL“, mit dem sie das Wort für Mutter Natur ergreift, wie sie sagt: Es ist ihr Apell, unseren Planeten und alle fühlenden Wesen, die ihn bewohnen, mit mehr Respekt zu behandeln. Gewidmet ist der Song dabei den Ureinwohnern und rechtmäßigen Eigentümern ihres Heimatlands, die nach wie vor um Landrechte kämpfen, wo sie diese doch nie offiziell abgetreten haben. „Selfish“ handelt von einem zauberhaften Ex, dessen Anziehungskraft Allysha offensichtlich kaum widerstehen kann, während das mit viel Groove daherkommende „Honesty“ genau das fordert: mehr Ehrlichkeit. Mit Jazz-Elementen durchzogen ist „Know Your Power“, mit dem sie uns alle daran erinnert, dass die Macht letztlich bei uns selbst liegt – weshalb es um so wichtiger ist, im konstanten Dialog zu bleiben, Kompromisse zu finden, besonnen zu bleiben, und zwar in jeder Situation. Jenes schmerzhafte Verlangen, von dem „Desire“ handelt, geht bei so viel Groove direkt unter die Haut, während „Akala“ vom gleichnamigen Rapper, Denker und Aktivisten aus England inspiriert ist – zugleich artikuliert sie hier, wie wichtig die Überprüfung und Verifizierung von Nachrichten geworden ist, dass man News-Meldungen nicht mehr kategorisch glauben darf, auch wenn sie z.T. von Mainstream-Medien weitergereicht werden: „Man darf einfach nicht länger wegsehen bei all dem Leid, das es in der Welt gibt. Die Meeresspiegel steigen, Unschuldige, die auf der Suche nach Asyl sind, landen hinter Gittern, überall gibt es Kriege und auch im so genannten ‘Australien’ gibt’s noch immer keine Einigung. Engagier dich für eine bessere Welt.“

Mit dem Song „Eagle“ erhebt sie sich in Adlerperspektive und betrachtet den Globus von oben; dabei fragt sie sich, was so ein Tier wohl von dem ganzen menschlichen Treiben halten würde. Nachdem sie kurz vor Schluss ihren romantischen Gefühlen nachgibt („Succumb Me“), präsentiert sie mit „Enate“ einen Song, der ihr im Traum kam: „Sie kam zu mir. Und als ich aus diesem bewegenden Traum erwachte, begab ich mich gleich ans Klavier – ich hatte plötzlich ein ganz neues Vertrauen, ich war echt von Liebe erfüllt in dem Moment. Der Song ist allen Frauen auf dieser Welt gewidmet, die anderen Frauen den Weg weisen.“ Indem sie gleichermaßen Wut und Hoffnung vertont, kritisiert und inspiriert, Raum schafft für neue Denkweisen, für Staunen, für mehr Zusammenhalt und Liebe, präsentiert Allysha Joy im Verlauf von Acadie : Raw ihre ganz eigene Vision von einer lebenswerten Welt. Musikalisch hebt sie dabei immer wieder ab, um ihren Horizont zu erweitern – und uns mit dieser Sichtweise anzustecken.

Info

Artist: Allysha Joy 

Album: „Acadie : Raw“

VÖ: 21.09.2018

Label: Gondwana Records

Vertrieb: Groove Attack


Web: www.gondwanarecords.com

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